Die Polyvagaltheorie hat in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit in den Bereichen der Körpertherapie, Psychologie und Komplementärtherapie erhalten. Entwickelt von Dr. Stephen Porges, bietet sie eine neue Perspektive auf unser Nervensystem und erklärt, wie unsere physiologischen Zustände unser Verhalten, unsere Emotionen und unsere sozialen Interaktionen beeinflussen. Aber was genau steckt hinter dieser Theorie, und wie können wir sie in der Kinesiologie, Hypnose und Komplementärtherapie nutzen?
Die Polyvagaltheorie beschreibt das autonome Nervensystem (ANS) als ein System, das nicht nur in "Kampf- oder Flucht-Modus" und "Ruhe- oder Verdauungs-Modus" funktioniert, sondern ein viel komplexeres Netzwerk ist. Das ANS wird durch den Vagusnerv, den zehnten Hirnnerv, gesteuert, der in zwei Hauptäste unterteilt ist:
Ein zentrales Konzept der Polyvagaltheorie ist die hierarchische Organisation dieser Zustände: Unser Nervensystem versucht zuerst, durch den ventralen Vagusnerv Sicherheit zu finden. Wenn dies nicht gelingt, schaltet es in den sympathischen Modus, und schliesslich, wenn keine Lösung mehr möglich scheint, in den dorsalen Vagus-Modus.
Die Polyvagaltheorie liefert wertvolle Erkenntnisse für Therapeut:innen, die mit Körper und Geist arbeiten. Sie bietet eine Grundlage, um besser zu verstehen, warum Klient:innen in bestimmten Situationen so reagieren, wie sie es tun, und wie man sie dabei unterstützen kann, wieder in einen Zustand der Balance und Sicherheit zu gelangen.
Kinesiologie setzt oft an den körperlichen Ausdrucksformen von Stress und Anspannung an. Durch die Integration der Polyvagaltheorie können wir spezifische Interventionen entwickeln, die darauf abzielen, den ventralen Vagus zu aktivieren. Dies könnte über gezielte Übungen, Atemtechniken oder sanfte Berührungen erfolgen, um das Nervensystem zu beruhigen und ein Gefühl der Sicherheit herzustellen.
In der Hypnose ist ein Zustand des Vertrauens und der Sicherheit entscheidend. Die Polyvagaltheorie hilft, die physiologischen Mechanismen hinter diesem Prozess zu verstehen. Hypnosetherapie kann genutzt werden, um den ventralen Vagus zu stärken und alte, traumatische Muster im Nervensystem aufzulösen.
Es gibt einfache Methoden, um das autonome Nervensystem zu regulieren und die Funktionen des ventralen Vagus zu unterstützen:
Die Polyvagaltheorie bietet eine wertvolle Brücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Therapie. Sie erinnert uns daran, dass Heilung immer mit Sicherheit und Verbindung beginnt. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie diese Ansätze in der Kinesiologie, Hypnose oder Komplementärtherapie angewendet werden können, lade ich Sie herzlich ein, einen Termin zu vereinbaren. Gemeinsam können wir Ihr Nervensystem auf dem Weg zu mehr Balance und Wohlbefinden unterstützen.
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